Life Is Strange – Das tat weh

© Square Enix / Dontnod Entertainment

Es ist nun wirklich schon eine ganze Weile her, seit man mir bei Square Enix mit einem breiten Lächeln „Life is Strange“ in die Hände gedrückt hat. Für lau, einfach so. Trotz augenblicklicher Freude lag das Spiel dann relativ lange Zuhause herum. Obwohl ich neugierig war, fehlte einfach die Zeit. Inzwischen habe ich den Herzinfarkt in 5 Episoden erfolgreich hinter mich gebracht – auch dank euch. Wer mich beim Spielen live auf Twitch begleitet hat, weiß wohl um meine Meinung zu Life is Strange. Für alle anderen gibt es nun eine kurze Review. LEST SIE.


Zeit ist Macht

In Life is Strange steht vor allem das junge Mädchen Max im Mittelpunkt. Während des Unterrichts erlebt sie eine Art Vision, bei der ein riesiger Tornado kurz davor ist, die Stadt auseinander zu reißen. Geschockt von diesem Anblick zieht sie sich aufs Damenklo zurück – und stolpert direkt ins nächste Mysterium herein. Bei dem Versuch, ein blutiges Drama zu verhindern, entdeckt Max ihre übernatürliche Fähigkeit: Sie kann die Zeit zurückdrehen. Sie begibt sich gemeinsam mit ihrer unkonventionellen Freundin Chloe auf die Suche nach Antworten. Woher kommen diese Kräfte? Warum hat ausgerechnet Max diese Fähigkeit? Und was für einen Nutzen möchte sie daraus ziehen?

Wie ein Laster, der dich überfährt

Mehr sei zur Story gar nicht gesagt, weil sonst dieses besondere Life is Strange-Feeling kaputt geht. Denn das Spiel versteht es wirklich gut, eine Geschichte zu erzählen, die euch fesselt. So doll fesselt, dass es weh tut. Und dann fährt es mit einem riesigen, hupenden LKW über euer Herz. Es ist verblüffend, wie sehr man sich an Max und Chloe in nur fünf knackigen Episoden gewöhnt.

Life is Strange fordert von euch Entscheidungen, die nicht immer leichtfertig getroffen werden können. Oftmals handelt es sich dabei um derart verzwickte Fragen, dass auch im Nachhinein kein Richtig oder Falsch zu erkennen ist. Auch wenn ich mich bei vielen Dingen auf meinen persönlichen, moralischen Kompass verlassen konnte, fiel kaum eine Antwort leicht. Immer hab ich die Konsequenzen gefürchtet, oft zu recht.

Alles am rechten Platz

Das Herzstück des Spiels sind aber nicht zwangsläufig Aufbau oder Story. Noch nicht einmal der unverwechselbare Grafikstil oder der atemberaubend schöne Soundtrack (stets on point!). Viel mehr machen Max und Chloe Life is Strange zu einem Titel, bei dem man schlucken, weinen und lachen muss. Nicht selten musste ich mir ein Tränchen verkneifen und die Coolness im Stream bewahren müssen.

Die Beziehung der beiden Mädchen zueinander, aber auch ihre Verwicklungen über die Freundschaft hinaus sind interessant. Sie erst machen Life is Strange zu dem, was es ist. Einem soften, kuscheligen Handtuch, das dich liebevoll würgt, wenn du erst einmal drin gefangen bist. Ob du dich draus befreien kannst oder nicht, bleibt gänzlich dir überlassen.


Fazit

Author wtfimcool
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