Bravely Default – Noch nicht beendet, dennoch reviewed

Bravely

 

Japanische Rollenspiele sind so eine Sache für sich. Voll gepackt mit den klassischen Anime Klischees. Eine Synchro bei der einem immer ganz leicht dir Ohren pfeifen. Stories voller Herz, Schmerz und ein bisschen Schmalz. Doch das Anstrengendste war für mich immer das Leveln. Da die Kämpfe zumeist Runden gebunden sind, fehlt mir hier meistens die Aktion und der Reiz immer wieder X (oder einen anderen, beliebigen Knopf) zu drücken. Warum also finde ich Bravely Default so gut?


Empfehlung trotz fehlender Vollendung?

Zunächst muss ich euch vorwarnen, normalerweise würde ich keine Bewertung zu einem Spiel schreiben, dass ich noch nicht beendet haben. Im Februar kommt nun allerdings Bravely Second in die Läden, und um euch eine mögliche Kaufentscheidung zu erleichtern, wollte ich euch meine Erfahrungen mit Bravely Default schildern.

Kinder oder Erwachsene?

Die Geschichte von Bravely Default dreht sich um vier junge Helden. Wie so oft wird ihre Welt in Chaos gestürzt und nun müssen sie das Böse vertreiben und den alten Zustand wieder herstellen. Ihre Geschichten und Charakter könnten nicht unterschiedlicher sein. Der junge Held, der sein ganzes Dorf verloren hat. Ein Mädchen, das bis jetzt von der Welt abgeschirmt lebte, und nun die Einzige ist, die die Kristalle wieder herstellen kann. Der geheimnisvolle Schürzenjäger, der sich nicht an seine Vergangenheit erinnern kann. Und zu letzt, das Mädchen, dessen Gerechtigkeitssinn so stark ist, das es die Seiten wechselt. Ihr kindliches Aussehen lässt darauf schließen, dass sie alle noch nicht viel von der Welt gesehen haben. In der Europäischen Version wird ihr Alter jedoch von 16 bis 19 angegeben.

Klassen, Fähigkeiten, Berufe

Wenn es um die Fähigkeiten unserer vier Helden geht, kommen wir auch schon zur ersten Besonderheit. Alle fangen sie mit der selben Klasse an. Im Verlauf des Spiels treffen wir jedoch auf Bosses, die eindeutig andere Fähigkeiten besitzen. Sobald wir diese besiegen, lassen sie einen Stein fallen mit dessen Hilfe wir nun die selben Fähigkeiten nutzen können. Diese Berufe stellen die unterschiedlichen Klassen dar. Bravely Default hat eine große Auswahl an unterschiedlichen Berufen. Beim Leveln steigert man zum einen das Grundlevel des jeweiligen Helden, aber auch sein Joblevel. Nun enden die Besonderheiten nicht hier. Jeder Charakter kann sowohl einen Job, als auch Fähigkeiten ausgewählt haben. So kann man zwei Berufe miteinander kombinieren. Natürlich steigt nur das Level des jeweils aktiv ausgewählten Berufs. Aber diese Kombinationsmöglichkeiten der Berufe untereinander und unter den Helden sorgt für ein interessantes Kampfsystem. Hierbei sei übrigens mal erwähnt, dass ich unsere Helden, um einige ihrer Berufe beneide. So kann man nicht nur Kämpfer und Magier sein, das Spiel bietet unserer Gruppe die Möglichkeit als Pirat, Sänger oder Jäger im Tierkostüm unterwegs zu sein. Mir ist bewusst, dass JRPGs häufiger zu ungewöhnlichen Klassen neigen, aber die Berufe in Bravely Default sind schon etwas Besonderes.

Doppelt Leveln, doppelter Grind

Bei über 20 Berufen, die man jeweils bis auf Level 14 hoch ziehen kann, und der Heldenstufe, zeigt sich schnell, dass Bravely Default ein sehr levelintensives  Spiel ist. Warum aber macht es mir nichts aus, im Kreis zu rennen und Exp zu sammeln? Das Stichwort lautet Autokampf. Sobald man eine gute Taktik gefunden hat, drückt man auf Autokampf und unsere Helden wenden diese immer wieder an. So spart man sich, bei einfacheren Kämpfen, das wiederholte Drücke eine und derselben Taste. Ich habe während meiner Grinding-Phasen einfach etwas anderes nebenbei gemacht. Denn für die Story ist das Leveln ja nun auch nicht wirklich relevant.

Auf Erkundungstour

Zu Beginn ist uns ein Großteil der Karte bei Bravley Default verschlossen. Aber seien wir mal ehrlich, die Monster dort hätten wir eh noch nicht besiegen können. Natürlich führt uns die Hauptstory nach und nach an die unterschiedlichen Orten. Ein gelber Pfeil indiziert dabei, wo unsere Geschichte weiter geht. Doch es gibt auch die kleinen blauen Punkte. Hierbei handelt es sich um Nebenquest, am Ende derer wir meistens einen neuen Beruf in Händen halten. So können neben dem normalen Grinden auch mit dem abschließen von Nebenquests unser Level steigern.

BP und SP

Bravely Default eine etwas ungewöhnliche Art mit Kämpfen umzugehen. So haben unsere Helden sogenannte BPs, die sie für Aktionen ausgeben können. Hierdurch kann ein Held bis zu 4 Mal in einer Runde angreifen. Stellen wir ihn jedoch auf Default, verteidigt er sich nur und sammelt weitere BP Punkte. Um ehrlich zu sein habe ich das Prinzip nie so ganz verstanden. Ich lasse meine Helden meistens einfach 4 Mal angreifen und damit hat sich die Sache für mich gegessen. Noch weniger nutze ich die SPs, Bravley Second Points. Hierbei handelt es sich um Punkte, die man durch drücken auf eine kleine Sanduhr aktivieren kann. Nun kann man die SPs ausgeben als wären sie BPs, aber währenddessen steht die Zeit still … Jupp, das hat sich mir nie erschlossen und um ehrlich zu sein, vergesse ich auch regelmäßig, dass ich die SPs nutzen könnte. Wieder aufladen kann man die SPs übrigens nur im Standby Modus (8Std = 1SP) oder wenn man Tränke im Nintendo Store kauft … Yay, ingame purchases.

Freunde muss man haben

Neben den BPs und SPs kann man bei Bravely Default allerdings auch die Charaktere anderer Spieler zu sich rufen. Diese führen dann während euer Aktion, einen Angriff durch. Das ist ein ganz nettes Gimmick, aber auch hier vergesse ich ständig, dass ich es nutzen könnte. Warum habe ich aber nun wie eine Blöde meinen Street Pass laufen lassen, und mindestens einmal am Tag über das Internet Daten ausgetauscht? Ich musste doch mein Dorf bauen.

Ich baue mir ein Dorf

Das Dorf unseres ersten Helden, Tiz, wird zu Beginn des Spiels zerstört und wir werden damit aufgetragen es wieder aufzubauen. Hierzu braucht man kein Geld oder Materialien, man braucht Bewohner und ZEIT. Eine Menge Zeit. Jedes Gebäude das ihr bauen wollt, braucht für jede seiner Stufen eine gewisse Zeit, je mehr Bewohner in eurem Dorf wohnen, desto kürzer wird diese. Habt ihr also ein Gebäude, dass 99Std braucht (Jupp, 99-fucking-Stunden) solltet ihr schon einige Bewohner haben, um den Bau zu beschleunigen. Bewohner erhaltet ihr durch Street Pass Begegnungen und über den Austausch von Daten über das Internet. Aber was bringt das Ganze? Nun, die unterschiedlichen Gebäude sorgen dafür, dass ihr andere Gegenstände und Waffe kaufen könnt. Sie bieten euch Erweiterungen für eure Spezialangriffe. Und die Geschenke der Bewohner werden auch besser, je besser die Häuser sind. Das Dorf zu vollende ist also nicht nur für Spieler die 100% schaffen wollen von Interesse.


Fazit

Hmm, ich sollte mal die nächste Runde vorbereiten. Welches Regelwerk sollte ich nutzen? Welche Monster könnte ich auf die Helden hetzen? Uuuhh, eine neue Folge meines K-Dramas startet. Naja, mache ich die Vorbereitungen später . . .

Author Avola
Published

Comments

No Comments

Leave a Reply

Ich akzeptiere