The Shepherd’s Crown – Bittersüßer Abschied

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Ich habe geweint an dem Tag, an dem Terry Pratchett starb. Die Scheibenwelt ist eine meiner liebsten, fiktiven Orte. Bewohnt von Kreaturen und Personen, die wir nun schon auf über 40 Abenteuer begleiten durften. Dieser wunderbare britische Humor, gepaart mit spannenden Geschichten, liebenswerten Protagonisten und einem kleinen, großen Blick in unsere Welt. Als ich hörte, dass mit “The Shepherd’s Crown” sein letztes Werk noch veröffentlicht werden würde, war ich glücklich und traurig zu gleich. Glücklich noch einmal die A’tuin besuchen zu dürfen und mit ihr die Geschichte Tiffany Aching’s zu erleben. Traurig, weil es mein letzter Besuch auf der Weltenschildkröte sein würde, zumindest wenn es um eine neue Geschichte geht. Lange habe ich das Buch vor mir her geschoben, doch nun habe ich es endlich gelesen.


 

„The Sheperd’s Crown“ führt uns erneut zu Tiffany Aching’s, einer jungen Hexe, mit außergewöhnlichen Helfern. Die WeeFreeMan, oder auch Nac Mac Feegles, sind kleine, blauhäutige Pixies, mit feuerrotem Haar. Sie lieben es zu kämpfen, trinken und stehlen. An ihren schottischen Akzent muss ich mich jedes Mal wieder gewöhnen, aber gerade deswegen habe ich sie so ins Herz geschlossen. Ich möchte der Geschichte nicht vorweg nehmen, aber ein bisschen kann ich erzählen, ohne euch das Erlebnis kaputt zu machen. Ein Junge mit einer ungewöhnlichen Ziege möchte Hexe werden. Gevatter Tod besucht ein letztes Mal eine alte Bekannte. Die Hexen müssen sich zusammen schließen, um einen alten Feind zu besiegen. Und in all diesem Chaos muss Tiffany Aching’s sich in gewisser Weise selber finden.

Es ist eine wunderbare Geschichte. Obwohl ich das Buch während Bahnfahrten gelesen habe, musste ich mehrfach laut lachen. Aber das bin ich von Terry Pratchett ja schon gewohnt. Allerdings hatte ich beim Lesen von “The Shepherd’s Crown” immer ein bittersüßes Gefühl. Pratchett hatte schon lange mit Alzheimer zu kämpfen. Wir alle wussten, dass er eines Tages gehen würde. Er hat uns zuvor noch viele weitere Bücher schenken können, doch “The Shepherd’s Crown” liest sich ein wenig wie ein Abschied. Jeder Abschied ist traurig, doch dieser lässt uns lachend und fragend zurück.

Nun werden wir nicht mehr erfahren, was aus Tiffany Aching’s wird. Die unsichtbare Bibliothek muss ohne uns zurecht kommen und ihr Bibliothekar wird für immer ein Orangutan bleiben, was ihn zum Glück nicht stört. Lord Veterani wird Ankh Mopork weiter leiten, und Vimes wird die Jungs der Wache und die Langfinger der Stadt weiter auf Trab halten. Ich habe im Laufe der 41 Scheibenweltromane viele wunderbare Charaktere kennengelernt und hätte gerne die Geschichte jedes Einzelnen bis zum Schluss mit verfolgt, aber ich bin auch froh. Froh, dass es 41 Geschichten gibt, zu denen ich jeder Zeit zurück kehren kann. Froh, dass ich vor einiger Zeit meinen ersten Scheibenweltroman in die Finger bekommen habe. Froh, dass ich mit “The Shepherd’s Crown” noch einmal in diese Welt eintauchen durfte und mich verabschieden konnte. Danke!


Fazit

Hmm, ich sollte mal die nächste Runde vorbereiten. Welches Regelwerk sollte ich nutzen? Welche Monster könnte ich auf die Helden hetzen? Uuuhh, eine neue Folge meines K-Dramas startet. Naja, mache ich die Vorbereitungen später . . .

Author Avola
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