ConTor 2016 – Ein Ausflug nach Numenera

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Vergangenes Wochenende fand mit der ConTor 2016 eine ganz besondere Convention statt, die uns im Vorfeld äußerst warm ans Rollenspieler-Herz gelegt worden war. Vom 10.-11. September öffnete das beschauliche Uetersen in der Nähe von Hamburg ganz offiziell seine Tore für all diejenigen, deren Puls beim Anblick eines D20 zu rasen beginnt. Also stolperten auch wir in den Treff des Rollenspielclub Tornisch 94 e.V. und ließen uns einen Nachmittag lang in die Spielwelt von Numenera ziehen.


Dem DM sei Dank

Groß is die ConTor nicht unbedingt, doch genau das macht ihren besonderen Flair aus. Hier geht es sehr familiär zu, statt opulenter Aussteller und Verkaufsstände begrüßte uns eine gemütliche Runde, in der wir uns nach wenigen Minuten richtig wohl und irgendwie gut aufgehoben fühlten. Mitten unter den neuen Bekanntschaften: SteamTinkerer – die gute Seele, die uns im Vorfeld mit der Nase auf die ConTor gestoßen und uns überhaupt erst eingeladen hatte. Nachdem wir in der Vergangenheit bereits einige Male miteinander gechattet und uns ausgetauscht hatten, schlossen wir den sympathischen Blogger auf den ersten Blick ins Herz und konnten mit seiner Hilfe sogar eine exklusive Runde Numenera lostreten. So muss das!

Nume-was?

Wer noch nie vom Rollenspiel Numenera gehört hat, muss sich an dieser Stelle nur ein kleines bisschen schämen. Denn eigentlich bietet dieses Regelwerk so viele Möglichkeiten und ein derart faszinierendes Universum, dass es eigentlich ins Regal eines jeden Pen&Paper-Fans gehört. Im Gegensatz zu unseren (geduldigen) Mitspielern, kamen wir drei Orkis zum ersten Mal mit Numenera in Kontakt und mussten uns ein bisschen umgewöhnen – dank Spielleiter Carsten aber gar kein Problem!

Die Abenteuer in Numenera spielen rund eine Milliarde Jahre in der Zukunft und finden in der sogenannten neunten Welt statt, der acht inzwischen zerfallene Zivilisationen vorausgegangen sind. Dass so eine Zivilisation nicht komplett von der Bildfläche verschwindet, ist dabei selbstverständlich, und so finden die Bewohner der neunten Welt immer wieder seltsame Objekte und Überreste der Vergangenheit, mit denen sie nur bedingt etwas anfangen können. Denn die aktuelle Welt ist technologisch längst nicht so weit entwickelt, wie ihre Vorgänger, sodass die unergründlichen Funktionen der Gegenstände den Wissenshorizont ihrer Finder übersteigt und meist nur eine Wahl lässt: Ausprobieren! Eine merkwürdig unterhaltsame Mischung aus Mittelalter und SciFi, mit einem Hauch Planescape-Szenario – was will man mehr?

So viel Chaos, so wenig Zeit

Numenera kommt mit deutlich weniger unterschiedlichen Klassen aus, als andere Pen&Paper-Spiele und bricht die Auswahl auf drei Arten herunter. Zudem verfügt jeder Charakter über einen Fokus, also eine bestimmte Eigenschaft, die Stärken und Schwächen beeinflussen kann. Während Avola als schwebender Glaive (eine Art Krieger) und Bananepic als elektrisierender Nano (Magier-Pendant) unterwegs war, durfte ich in die Rolle des Jacks (Allrounder/Rogue) schlüpfen, der eine Haut aus Eis trug. Der Grundstein für ein etwas schräges Abenteuer war gelegt und wir zu diesem Zeitpunkt ähnlich aufgeregt wie unsere Mitspieler.

Obwohl Numenera sich in vielen Punkten von bekannten Pen&Paper-Werken wie Dungeons and Dragons abhebt, zeichnet sich das System speziell durch zwei Dinge aus. Zum einen gibt es Artefakte und Kuriositäten, wobei uns besonders letzteres neugierig gemacht hat. In der Regel werden die Kuriositäten ihren Namen tatsächlich gerecht, denn dabei handelt es sich offensichtlich um Gegenstände, die aus Sicht unserer Charaktere einfach keinen sinnvollen Nutzen haben. Und so trug mein eiskalter Jack das ganze Spiel über ein kleines Kästchen mit sich herum, das alle paar Tage eine Szene irgendwo in der neunten Welt zeigt. Warum auch immer.

Zum anderen erfreuten wir uns an den Cyphern, die in vielen verschiedenen Formen auftreten können und technischen Objekten entsprechen, die bestimmte Funktionen haben. Von Feuerdetonation bis Kraft-Wiederbeleber steht uns dadurch eine schier unendliche Auswahl an Einmal-Gadgets zur Verfügung, die bitte benutzt werden müssen. Ja, richtig gehört! Numenera setzt darauf, dass Charaktere ihre Cypher verwenden und sich diese nicht für einen späteren, „besseren“ Zeitpunkt aufheben. Einerseits stoßt ihr in der Spielwelt regelmäßig auf diese speziellen Nutzgegenstände, andererseits könnte das Horten negative Folgen haben und eine Art Cypher-Kettenreaktion auslösen, die sich niemand von euch wünschen sollte. Grund genug, die wundersamen Objekte zu verwenden und möglichst sinnvolles Chaos zu stiften!

Unser vermeintlich kurzer Abstecher nach Numenera endete in einer Spielsession über mehrere Stunden, die wir von vorne bis hinten genießen konnten. Gemeinsam mit unseren Teamkameraden begaben wir uns also auf die Suche nach der Wahrheit hinter den mysteriösen Pallonen (Palindromen, Pallisaden?), die ein abgelegenes Dorf Tag für Tag in Schutt und Asche legten. Auf unserem Weg mussten wir einen Scutimorph sprengen, einen armen Stadtbewohner k.O schlagen und in ein riesigen Rohr Richtung „Todesmaschine“ springen – erst dann fand sich des Rätsels Lösung in Form eines Gehirns, das offensichtlich die falsche Leitung erwischt hatte. Ein ganz normaler Tag in Numenera also.


Fazit

 

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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