Devil may Cry 5 – 8-faches Schnetzeln mit Stil

devil-may-cry_dmc

Was passiert, wenn man Dämonen, ein loses Mundwerk und dröhnende Musik in einen Topf wirft? Ganz genau: Devil may Cry. Nachdem ich viel zu lange einen ehrfürchtigen Bogen um dieses Spiel gemacht habe, hat es mich vor kurzem doch erwischt. Glücklicherweise! Auf sanftes Drängen meiner besten Freundin hat es die Disc dann doch in meine Konsole geschafft – und mir ein erstaunlich gutes Erlebnis beschert, das ich nicht nur vielleicht nochmal durchleben werde.


Wie der Vater…

Vielleicht ist es ein wenig merkwürdig, dass ich nicht mit dem ersten Teil der Reihe angefangen, sondern mir den fünften gekrallt und durchgespielt habe. Allerdings bietet DmC 5 eine schöne Einleitung und führt den Spieler in flottem, aber erträglichem Tempo an die Hintergrundgeschichte von Dante heran. Obwohl es inhaltlich um Dantes Vergangenheit und ganz speziell den Konflikt zwischen Himmel und Hölle geht, der auf dem Rücken seiner Eltern ausgetragen wurde, stehen nicht Mutter und Vater im Zentrum.

Nach einer durchzechten Nacht erwacht Dante in seinem abgerockten Wohnwagen. An seiner Tür hämmert Kat, ein fremdes Mädchen, das ihn vor einem Dämon zu warnen versucht, der offenbar auf der Jagd nach ihm ist – und prompt in den Limbus zerrt. Dabei handelt es sich um eine Art Parallelwelt, die von Sterblichen nicht betreten werden kann und sozusagen den Bolzplatz der Dämonen darstellt. Hier toben sich die dunklen Kreaturen stiltechnisch aus, bauen um, wie es ihnen beliebt und können ihren Gelüsten ungestört frönen.

Kaum haben wir den feindlichen Dämon besiegt, gelangen wir in die reale Welt zurück und lernen Vergil kennen, der besonderes Interesse daran zu haben scheint, Dantes Erinnerungen an seine Kindheit wieder zu erwecken. Und das hat einen guten Grund: Denn sowohl Dante, als auch Vergil sind sogenannte Nephilim, also die Nachkommen eines Engels und eines Dämons, was zumindest die Ausflüge in den Limbus erklärt. Und Vergil ist es dann auch, der uns eröffnet, welche Macht die Dämonen inzwischen über die Menschenwelt haben: An allen Ecken und Enden kontrollieren sie die Menschheit und setzen sich zunehmend als die dominierende Spezies über sie hinweg.

Gemeinsam mit Kat und Vergil beschließt Dante also, den Dämonengott Mundus von seinem viel zu großen Thron zu stoßen und begibt sich gleichzeitig auf die Suche nach Antworten auf die Fragen seiner Vergangenheit.

Irgendwas wird schon treffen!

Wer wie ich die Definitive Edition von Devil may Cry spielt, wird sich über zusätzliche Outfits, besondere Modi und alle Download-Inhalte inklusive freuen, mit denen die Party richtig losgehen kann. Dante überzeugt nämlich nicht nur mit Äußerlichkeiten oder seinem wirklich sehr, sehr losen Mundwerk, das ich ganz besonders liebe, sondern hat vor allem eins dabei: richtig viele Waffen.

Insgesamt bietet euch das Spiel acht verschiedene Möglichkeiten, eure dämonischen Gegner in Fetzen zu reißen und ordentlich Stilpunkte zu machen. Wir starten mit dem Schwert Rebellion sowie den beiden Hochleistungspistolen Ebony&Ivory. Kaum habt ihr bei denen den Clou verstanden, überschüttet euch das Spiel mit weiteren Waffen, die gemeistert werden müssen. Es folgen Arbiter, eine riesige Dämonen-Axt und Eryx, so etwas wie Boxhandschuhe direkt aus der Hölle; Osiris, eine himmlische Sense; Ophion, eine wandelbare Peitsche, mit der ihr euch von A nach B schwingen und an Gegner heranziehen könnt; Aquila, magische Engels-Shuriken zum Schnetzeln und zu guter Letzt noch Kabooley, eine fette Kanone, die explodierende Pfeile verschießt. Noch Fragen?

Das Design des Limbus ist übrigens eine besonders faszinierende Spezialität des Titels, hier wird euch nämlich von flackerndem Disco-Look, über mehrdimensionale Lagerhalle und digitalem Tower alles geboten, was man in den Weiten der Dämonenwelt als letztes vermuten würde. Viele der Kämpfe sind richtig knackig und können durchaus frustrieren, doch wer den Dreh einmal raus hat, wird auch den größten der Bosse erfolgreich erlegen und ihm den vermeintlichen mütterlichen „Nabel“ entfernen können. Spielt das Spiel – dann wisst ihr, was ich meine.

Wild, wilder, Devil may Cry

Die Waffen erhaltet ihr glücklicherweise nicht alle auf einmal – jedenfalls nicht ganz. Kabooley beispielsweise winkt euch erst relativ spät im Spiel, sodass es euch generell gestattet wird, die Kniffe der einzelnen Gegenstände zu lernen und euch daran zu gewöhnen. Das dauert ein bisschen, lohnt sich aber – denn wer seine Gegner mit viel Abwechslung, Fantasie und Geschick zerstört, bekommt einen netten Punktebonus, der das Geschehen indirekt durchaus beeinflussen kann.

Devil may Cry findet in Kapiteln statt, bei denen nicht zwangsweise ein fetter Endboss am Ende auf euch und Dante wartet. Nach Abschluss einer Mission kommt der Moment der Wahrheit, denn das Spiel rechnet je nach Verlauf bestimmte Werte aus. So erhaltet ihr für Stil und gefundene Gegenstände beispielsweise eine bestimmte Punktzahl, wohingegen die Höhe der verwendeten Gegenstände (z.B. Heilungstränke) sowie die Anzahl eurer erlittenen Tode während der Mission Minuspunkte hageln. Am Ende wird das Ganze zusammengezählt und in Skillpoints umgerechnet, die wiederum in neue Attacken oder besondere Fertigkeiten investiert werden können. Kurzum: Wer geil killt, bekommt mehr Punkte zum Verbessern – und kann noch geiler killen!


Fazit

 

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
Published

Comments

No Comments

Leave a Reply

Ich akzeptiere