The Killing Joke – die Comic-Verfilmung

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Der Joker in „The Killing Joke“ – copyright by DC

Und ein weiterer Comic-Klassiker wurde verfilmt. Anfang des Sommers 2016 erschien die Comic-Verfilmung zu „The Killing Joke“ und lasst mich eins sagen: Lest den Comic. Alle, die ihn noch nicht gelesen haben, sollten aufhören das hier zu lesen, denn SPOILER-frei wird diese Review nicht. Eins vorweg: Auch wenn Mark Hamill den Joker spricht, der Film lohnt sich nicht.


Emotionen adé

Fangen wir beim grundlegenden Problem an. Der Comic bietet so viel Potenzial, welches der Film einfach nicht umgesetzt hat. Es gibt einen Grund, warum er zu den beliebtesten Klassikern gehört. Man erhält einen Einblick in Jokers Psyche und seine eventuelle Vergangenheit, Batgirls Leben ändert sich schlagartig und Jim Gordon steht kurz davor verrückt zu werden. Und das zu Recht. Der Comic schafft es in jeder Situation die passenden Emotionen rüber zu bringen und mein Mitgefühl für Barbara und die Angst um Gordons mentale Gesundheit zu wecken.

Der Film schaffte nichts davon. Allein die Szenen aus Jokers „Vergangenheit“ haben eigentlich Film Noir-Potenzial und die Szene, in der Joker versucht, Gordon auf dieser Karusselfahrt verrückt zu machen, bietet so viel Spielraum, um kreativ zu werden, sei es durch visuelle oder musikalische Mittel. Doch nichts. Es ließ mich alles kalt.

Die Mimik der Charaktere war flach. Ich habe weder Barabara abgekauft, dass sie Angst um ihr Leben hatte, noch dass Gordon kurz davor war durchzudrehen. Da hat es auch nicht geholfen, dass sie Jokers genial geschriebene Dialoge aus dem Comic einfach übernommen haben und von Mark Hamill vorlesen ließen. Klar, Mark Hamill ist großartig. Doch wenn sie sich mit so wenig Liebe daran machen, diesen Film zu kreieren, hätten sie es auch gleich bleiben lassen können.

Einfach vorspulen

Das nächste Problem: Die erste halbe Stunde kann man sich sparen. Klar, es war ’ne nette Idee zu zeigen, warum Barbara Gordon nicht mehr Batgirl ist und warum Batman plötzlich das Bedürfniss hatte, ein ernstes Gespräch mit dem Joker zu führen (das ist im Comic immerhin etwas random). Doch bei ’ner netten Idee ist es geblieben. Sie haben versucht, eine Erklärung an „The Killing Joke“ anzuknüpfen, aber es ist ihnen einfach nicht gelungen. Ich hatte das Gefühl, ich hätte zwei unterschiedliche Filme gesehen.

Sie haben es nicht annähernd geschafft, diese psychologische Tiefe im ersten Teil aufzubauen, vor der „The Killing Joke“ förmlich trieft. Dass sie dann die großartig geschriebenen Dialoge aus dem Comic übernommen haben, hat alles nur noch schlimmer gemacht. Der Unterschied war einfach so groß, dass ich im Endeffekt noch verwirrter war, da ich das Gefühl hatte, dass die erste halbe Stunde nicht zum Rest des Films gehörte. Sie hätten entweder alles neu schreiben oder den Anfang weglassen müssen (oder den Anfang besser machen müssen, aber wir wollen ja nicht zu fordernd sein).

Bitte nicht…nein…oh Gott, sie tun’s

Und hier das allerschlimmste an dem gesamten Film (ACHTUNG MAJOR SPOILER ALERT): Who the fuck……..wer kommt auf die beschissene Idee, dass Batgirl und Batman miteinander Sex haben müssen?????? Für mich hatten die zwei immer nur ein Mentor-Schüler/Schützling-Beziehung (so wie auch mit den Robins). Ich hatte in diesem Moment das große Bedürfnis den Raum zu verlassen. Nach etwas Recherche stelle ich allerdings fest, dass das wohl eine Fantasie von Produzent Bruce Timm ist, der diese Beziehung anscheinend schon einige Male in den Dreck gezogen hat. Von mir aus. Doch dann bitte auch etwas Spannung zwischen den beiden aufbauen und sie nicht total random aus dem Nichts heraus auf einem Dach poppen lassen. Damit hat wirklich keiner gerechnet.


Fazit

Ist meistens als Drow Warlock unterwegs, versucht sich aber hin und wieder auch mal hinter dem Spielleiter-Schirm. Egal ob bei Dungeons & Dragons, Vampire the Masquerade oder Paranoia - so viele Möglichkeiten und so wenig Zeit. Und nein, es gibt nicht zu VIELE Würfel!

Author Bananepic
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