The Mortal Instruments – Der ultimative Masterpost

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Spätestens seit dem Netflix Start der The Mortal Instruments-Reihe von Cassandra Clare Anfang des Jahres hat die Geschichte rund um Clary Fray Aufmerksamkeit verdient. Sechs Hauptbücher und unzählige zusätzliche Erweiterungen, ein Kinofilm und eine Serienstaffel beschäftigen sich mit den Chroniken der Unterwelt, doch nicht alle drei Varianten sind gleich gut. Als nachgezogener Fan habe ich mich durch tausende Seiten gelesen, die Serie inhaliert und mir den Film gegönnt, nur damit ihr genau erfahrt, welche Version sich lohnt – und von welcher ihr enttäuscht sein werdet. Hier kommt der ultimative The Mortal Instruments-Masterpost!


Von Dämonen, Hexenmeistern und Runen

Die junge Clary führt ein behütetes Leben, das vor allem durch ihre etwas überfürsorgliche Mutter sowie ihren besten, nerdigen Freund Simon geprägt ist. So ziemlich alles an ihr und ihrem Dasein ist unspektakulär, woran sich das Mädchen aber wenig stört. An ihrem Geburtstag beschließt sie, mit Simon einen neuen Club auszuprobieren und freut sich auf einen Abend auf der vollen Tanzfläche.

Bevor Clary jedoch Zeit hat, ihren Geburtstag richtig zu feiern, wird sie Zeugin eines übernatürlichen Vorfalls: In einem Hinterraum des Clubs gerät die Schülerin zwischen die Fronten eines Krieges, an dem Dämonen und sogenannte Shadowhunter beteiligt sind. Zu ihnen gehört auch Jace, ein gutaussehender, aber geheimnisvoller Kerl, den Clary erst auf den zweiten Blick sympathisch finden kann. Und ehe sie sich versieht, zerspringt ihr bisheriges Leben in Splitter und offenbart eine komplett neue Welt voller Gefahren, Magie und übernatürlicher Wesen.

Als kurz darauf ihre Mutter spurlos verschwindet und dämonische Brut sich in ihrem Zuhause breit macht, sucht Clary bei Jace und den anderen Shadowhuntern nach Hilfe – doch die Geschehnisse sind weitaus größer, als anfangs gedacht.


Die Bücher

Gleich vorweg die (Ent-)Warnung: Cassandra Clare ist keine Meisterin ihres Handwerks und generell recht weit entfernt von anspruchsvoller, mitreißender Literatur. Selbst für die Kategorie Jugendbuch sind ihre Chroniken der Unterwelt sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch relativ schlicht geschrieben und leicht verständlich – wobei fraglos der grundsätzliche Geschmack des Lesers und der Anspruch an das Werk selbst darüber entscheiden werden, ob ihr euch mit ihrem Stil anfreunden könnt oder nicht. Ich muss gestehen, ich bin nicht verliebt in die Bücher, doch sie haben mich ohne jeden Zweifel unterhalten und sind leicht verdauliche Kost. Dank der einfachen Sprache konnte ich die 500 bis 900 Seiten pro Buch in der Regel binnen zweier Tage verschlingen – stellt euch diesbezüglich also auf kein WOW-Erlebnis ein.

Die Story ist rund, macht Spaß und hat zumindest teilweise unheimlich interessante Charaktere. In Sachen Liebe lässt Cassandra Clare alles zu, was ziemlich erfrischend und irgendwie erfreulich ist. Ob Bisexuell, Heterosexuell, Homosexuell oder sogar Pansexuell – fast jede Orientierung ist vertreten, was ein glaubhaftes Bild der Figuren erschafft und ein in der (Fanatasy-)Literatur lang aufrecht erhaltenes Tabu bricht. Im Großen und Ganzen sind es dann nämlich auch die Charaktere, die die Geschichte tragen – und nicht umgekehrt.

Fazit


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Der Film

Vor knapp drei Jahren landete dann der vollmundig angekündigte Kinofilm zur Buchreihe in den Kinos und ließ die Fans von The Mortal Instruments recht sprachlos zurück – leider nicht im positiven Sinne. Trotz der zerreißenden Kritik habe ich mir den Streifen angesehen und man muss ihm tatsächlich zugutehalten, dass er sich von den Geschehnissen her dicht an der Literaturvorlage orientiert und nur in Ausnahmefällen davon abweicht.

Zudem sieht man dem Film selbstverständlich an, dass viel Geld hineingepumpt und auf einen sensationellen Erfolg hofft wurde. Leider wurde gleichzeitig an den verkehrten Enden gespart und die falsche Entscheidung in Sachen Cast getroffen: Über Lily Collins als Clary lässt sich nur wenig sagen. Solide Schauspielkunst, der jedoch der letzte Funken und somit das gewisse Etwas fehlt. Auch wenn Collins die Hauptrolle in der Kinoversion von The Mortal Instruments gut meistert, hinterlässt sie darüber hinaus keinen bleibenden Eindruck, was schade ist – gerade für den zentralen Charakter eines Films. Ebenfalls daneben gegriffen wurde bei Jemima West („Isabelle Lightwood“) und Kevin Zegers („Alec Lightwood“). Generell wirkt die Lightwood-Besetzung ein wenig zu alt dafür, dass es sich bei ihnen um Jugendliche handeln soll und leider schleift Zegers einem der beliebtesten Charaktere sämtlichen Charme ab.

All das sind aber Dinge, die größtenteils vom persönlichen Geschmack abhängen. Anders verhält es sich dagegen mit der Besetzung zwei weiterer Hauptrollen, die schlechter kaum sein könnten. Zum einen haben wir Jamie Campbell Bower als Jace, der in der Vergangenheit bereits in großen Werken wie Harry Potter und die Heiligtümer des Todes sowie der Twilight-Saga mitgespielt hat. Leider entspricht Bower nicht im geringsten dem Bild, das von Jace in der Originalvorlage produziert wird und wirkt den ganzen Film über kränklich, mager und zerbrechlich. Ich bezweifle sehr, dass der Schauspieler auch nur einen einzigen Dämon schlagen, geschweige denn ein richtiges Schwert schwingen könnte.

Ebenso enttäuschend ist die Besetzung des Antagonisten Valentine Morgenstern, der von Jonathan Rhys Meyers dargestellt wird (u.a. bekannt durch die Serie „Die Tudors“). Während ein Großteil des Casts deutlich zu alt wirkt, ist bei Meyers das genaue Gegenteil der Fall. Mit seinen (damals) Mitte bis Ende 30 kann er kaum glaubhaft seinen Charakter verkörpern und präsentiert den eigentluich durchtriebenen, berechnenden Valentine als wahnsinnigen mit geflochtenen Rattenschwänzen und schräg geschnittener Frisur.

Einzige Lichtblicke des Films in Sachen Schauspielerei sind Robert Sheehan („Simon“) und Godfrey Gao als Magnus Bane, der jedoch unfassbar wenig Screentime erhält und kaum als ernsthafte Rolle genannt werden kann. Für eine Verfilmung, die inhaltlich so viel Wert auf die korrekte Darstellung der Geschehnisse legt, hat The Mortal Instruments leider an anderen, deutlich wichtigeren Stellen viel zu viel Raum für Fehler gelassen – und diese dann auch begangen.

Fazit


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Die Serie (Staffel 1)

Nach den okayishen Büchern und dem enttäuschenden Kinofilm kommen wir nun zur Serie, die exklusiv auf Netflix läuft und für die derzeit die 2. Staffel in Arbeit ist. Seit Anfang des Jahres bereits auf Sendung, erfreut sie sich seither größter Beliebtheit – völlig zu recht. Es scheint, als hätten die Macher aus den Fehlern ihrer Vorgänger gelernt und die entscheidenden Dinge richtig angepackt. Fraglos gibt es inhaltlich einige Abweichungen vom Buch, doch die lassen sich getrost übersehen – auch beim 4. Mal suchten der Staffel, wie bei mir.

Der Grund dafür: Die Besetzung ist großartig! Wie die erfolgreichen Bücher von Cassandra Clare, trägt sich auch die Serie über die hervorragenden Charaktere und steckt darüber hinaus ungemein viel Liebe in kleine Details, die insbesondere Fans zu schätzen wissen werden. Obwohl Katherine McNamara nicht die beste Schauspielerin ist, haucht sie Clary Fray erfolgreich Leben ein und wird dem Anspruch an die Hauptrolle durchaus gerecht. An ihrer Seite steht Domonic Sherwood als Jace – und auf einmal scheint die desaströse Besetzung der Kinoverfilmung wie weggewischt. Sherwood leistet gute Arbeit und erweckt die Figur Jace mit seiner rebellischen Einstellung, dem Draufgängertum und jeder Menge emotionaler Konflikte wieder zum Leben. DANKE!

Auch über die beiden Hauptprotagonisten hinaus haben die Verantwortlichen der The Mortal Instruments-Serie alles richtig gemacht: Die wunderbare Emeraude Toubia („Isabelle Lightwood“), Alberto Rosende („Simon“) und Isaiah Mustafa („Luke Garroway“) glänzen in ihren Rollen und finden mit Matthew Daddario („Alec Lightwood“) sowie Harry Shum Junior („Magnus Bane“) zwei weitere talentierte Schauspieler.

Kleines Manko: Die Effekte der Serie sind crappy. Lasst es uns nicht schön reden, jeder sollte gefasst darauf sein, dass Feuer, Runen und Dämonen wirklich, WIRKLICH nicht gut animiert sind. Und wäre die Chemie innerhalb des Casts nicht so verdammt gut und überzeugend, wäre das sicher eines der Todesurteile für die Serie. Doch Staffel 1 macht unheimlich Spaß, birgt auch für Fans Überraschungen und umsteigt gekonnt die Fehler, die der Film einige Jahre zuvor gemacht hat.

Fazit


 

 

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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