Mass Effect: Große Fußstapfen für Andromeda

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Angesichts meiner persönlichen Vorfreude auf den vierten Ableger von BioWares intergalaktischem Rollenspiel Mass Effect wird es Zeit, den bisherigen drei Teilen zu huldigen und an einigen winzigen Stellen Kritik zu üben. Ihr habt den Sprung ins Weltall noch nicht gewagt? Lasst euch erzählen, was ihr verpasst habt, guys!

Aus reiner Vorsicht lasse ich mal eine Spoilerwarnung da. Auch wenn keine Wendepunkte verraten werden, sollten alle, die Mass Effect lieber gänzlich selbst entdecken möchten, direkt zum Fazit springen!


The road so far

Wir schreiben das 22. Jahrhundert: Die Menschheit hat auf dem Mars Hinterlassenschaften einer fortgeschrittenen, außerirdischen Zivilisation entdeckt – die Protheaner. Mithilfe des daraus hervorgehenden Masseneffekts kann die irdische Bevölkerung endlich die Weiten der Galaxie erkunden und trifft auf fremde Rassen, neue Planeten und andere Geheimnisse. Obwohl sich die Menschen anfangs schwer damit tun, integrieren sie sich im Laufe der Jahre in die bestehende Welt und sichern sich ihre Existenz neben der anderer Lebensformen – allerdings immer unter misstrauischer Beobachtung.

Mass Effect – Ein Spectre für die Menschheit

Wir spielen in der Rolle von Commander Shepard, der mit zwei Kameraden auf eine Mission ausgesandt wird und ein altes protheantisches Artefakt sicherstellen soll. Allerdings läuft dabei nicht alles, wie geplant: Vor Ort wird das Team von fremden Aufklärungsdrohnen überrascht und kann nur unter großen Opfern entkommen. Die oberste Instanz der Galaxis, der Citadel-Rat, gründet eine Spectre-Sondereinheit, die sich mit den Vorkommnissen auseinandersetzen und mögliche Gefahren identifizieren soll.

Auch Shepard wird zum Spectre befördert, stellt sich prompt ein schlagkräftiges Team zusammen und findet zwischen politischen Krisen und persönlichen Verlusten heraus, dass intergalaktischer Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit nicht immer Hand in Hand gehen. Zum ersten Mal scheint die Galaxie bedroht und stößt auf einen schier unbezwingbaren Feind: Den Reaper.

Mass Effect 2 – Das Böse will Revanche

Kaum haben wir die Bedrohung im ersten Teil abgewandt, gerät das Geschehene zwar nicht in Vergessenheit, wird aber unter dem Halb-so-wild-Schleier des Citadel-Rats verdeckt und lässt unseren Helden Shepard wie einen Paranoiden aussehen: Er ist sich nämlich sicher, dass die Gefahr durch die Reaper noch längst nicht gebannt ist.

Nachdem Shepard und sein Schiff bei einer Mission auseinander gepflückt wurden, greift die undurchsichtige Organisation Ceberus ins Geschehen ein und setzt unseren Commander nach und nach wieder zusammen. Offensichtlich scheint die Gruppierung, die von dem „Unbekannten“ angeführt wird, wichtige Pläne für Shepard zu haben – aber niemand will so richtig darüber reden. Zudem hat der Angriff auf die Galaxie bereits begonnen, denn außerdirdische Kollektoren entführen ganze Menschenkolonien und verschwinden durch ein eigentlich unpassierbares Omega-4-Portal.

Mit Unterstützung des Unbekannten begibt sich Shepard auf den Weg, um Kollektoren und Reapern endgültig den Gar auszumachen.

Mass Effect 3 – Der letzte Schlag

Der bisher letzte Teil startet mit ordentlich Wumms und spinnt die Fäden aus den Vorgängern nahtlos weiter. Die Erde sieht sich einem verheerenden Angriff durch die Reaper ausgesetzt und kann der kriegerischen Welle kaum standhalten. Commander Shepard flieht auf die Hochburg der Galaxie – die Citadel – und bittet den Rat dort vergeblich um Hilfe. Anstatt gemeinsam gegen den Feind anzutreten, sind die einzelnen Völker der Galaxie mit ihrem eigenen Schutz beschäftigt und können ohneweiteres keine weitere Unterstützung versprechen.

Um die Ratsmitglieder von einem kollektiven Angriffsplan überzeugen zu können, muss Commander Shepard zunächst Vertrauen gewinnen: Politische Machtspielchen, der Kampf gegen Cerberus und uralte Konflikte zwischen den Völkern bedürfen dabei seiner Aufmerksamkeit – denn am Ende soll sich die ganze Galaxie geschlossen gegen die zerstörerische, feindliche Macht stellen.

Friss Blei, du Amöbe!

Ziemlich viel Story, ziemlich viele Namen, ziemlich viel Stoff. Aber genau das macht Mass Effect irgendwie aus. Obwohl es in jedem Teil auch neue Charaktere gibt, findet ihr immer wieder auch alte Gesichter, die euch bekannt vorkommen – und denen ihr auch bekannt vorkommt. Das führt zu melancholischen Gesprächen oder gemeinsamen Erinnerungen und verleiht dem Titel seltsam viel Charme.

Wird gerade nicht geschnackt, ballern wir uns durch fremde Raumschiffe und Stationen: Die Kombination aus ernstzunehmendem Rollenspiel und Third-Person-Shooter war für mich anfangs etwas schräg – ich bin nämlich nicht besonders gut im Schießen. Allerdings macht die Steuerung bei Mass Effect (zumindest auf dem PC) Spaß, verzeiht viel und lässt – je nach Schwierigkeitsgrad – genug Spielraum, um verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden. Reicht euch das nicht, könnt ihr Gegner auch mit kynetischen Kräften auseinanderreißen oder sie mit speziellen Projektilen einfrieren, verbrennen oder sabotieren. Ob ihr mehr die Story erleben oder die Shooter-Elemente betonen wollt, liegt zu Beginn eines Spieldurchlaufs ganz bei euch.

Um euch, eure Mannschaft und euer Schiff richtig aufzumotzen, fliegt ihr in eurer wunderbaren Normandy durch die Weiten des Alls und scannt fremde Planeten auf mögliche Hilfesuche (Nebenquests) und nützliche Materialien. Mit dieser Funktion haben sich die Mannen von BioWare leider keinen Gefallen getan. Stundenlang auf und ab mit der Maus über die Planeten fahren, bis das Radargerät anschlägt, streckt das Spiel unnötig lang und nimmt zwischen actionreichen Passagen deutlich Luft heraus. Leider sind die Materialien bitter nötig, um Upgrades zu entwickeln – und nur mit denen kommen wir im Storyverlauf munter weiter. Deshalb gilt es, bis in alle Ewigkeit Planeten zu scannen und Sonden auszusenden. Immer und immer wieder.

Voll auf den Arsch!

Neben der ungewohnte Genre-Kreuzung hat Mass Effect aber vor allem eines zu bieten: Unheimlich gute Charaktere. Wenn BioWare etwas kann, dann das. Obwohl ich den dritten Ableger wirklich am liebsten mag, hab ich mit den Figuren aus Mass Effect 2 am meisten Gefühle verbunden. Ich liebe Thane Krios, den Drell-Assassinen mit unschöner Vergangenheit; oder Grunt, den pubertierenden Kroganer mit Aggressionsproblem; und Samara – eine Asari, die edler nicht sein könnte. Und Garrus. Ach, Garrus… Mein Lieblings-Love Interest!

Leider dürft ihr im Spiel stets nur zwei Kameraden mit auf die Missionen nehmen, was bei so viel großartiger Auswahl gar nicht so leicht ist. Dafür könnt ihr bei jedem Charakter individuelle Hintergrundgeschichten erleben, ihren Schmerz nachfühlen oder Schicksale teilen. Mass Effect steht für authentische Backgrounds, bewegte Vergangenheiten und schwierige Entscheidungen. Letzteres fällt im Rahmen des Spielerlebnisses auch für euch an.


Fazit

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Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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