Sword Art Online: Hollow Realization – Oh boy…

© Bandai Namco Entertainment Inc.

Das Spiel im Spiel kann gut funktionieren: Gwint in The Witcher, Minigames bei Tales of Symphonia oder so ziemlich jede Freizeitaktivität in Persona 3. Die Sword Art Online-Reihe setzt die Latte für die absolute Gameception aber bereits seit 2009 in unerreichbare Höhen – und nimmt das Risiko in Kauf, sich zu verstricken. Als SAO-Laie habe ich mir den neusten Teil Hollow Realization trotzdem zur Brust genommen und habe festgestellt: Man braucht einen langen Atem.


Das Comeback der NerveGear

Die Geschichte rund um Kirito, Asuna und den Rest der inzwischen recht groß gewordenen Gruppe geht in die nächste Runde. In Sword Art Online steht eine ausgeklügelte VR-Technologie im Mittelpunkt, die es seinen Benutzern erlaubt, Videospiele mit all ihren Sinnen wahrzunehmen und sozusagen in eine Parallelwelt abzutauchen. Doch der Traum hält nicht lange: Der Entwickler der NerveGear kappt eines Tages die Stränge zur realen Welt und hält die User seines Produktes in der fremden Welt namens Aincrad gefangen. Auch Kirito gehörte damals zu den Spielern, die in der virtuellen Realität festhängen – und schafft es mit Hilfe anderer Spieler, den Bann zu brechen und in die Realität zurückzukehren.

Erst danach setzt SAO: Hollow Realization an. Nach dem Vorkommnissen der Vergangenheit ist die NerveGear der weltweiten Kritik ausgesetzt und verliert dauerhaft User. Um das Ruder herumzureißen und die technische Entwicklung wieder auf dem Markt platzierne zu können, entwickeln die Verantwortlichen ein neues Spiel, das zwar Daten von Aincrad nutzt, aber die Probleme des Originals gelöst hat. Trotz anfänglicher Bedenken wollen auch Kirito und die anderen an der Beta-Phase teilnehmen und das neue Spiel (Ainground) ausloten. Dabei stoßen sie auf den merkwürdigen NPC Premiere – ein Mädchen, das den Spielern eine scheinbar nutzlose Quest anbietet, die auch noch katastrophal entlohnt wird. Je mehr sich Kirito jedoch mit Premiere auseinandersetzt, desto deutlicher wird, dass viel mehr hinter ihrem Erscheinen im Spiel zu stecken scheint.

Tod durch Informationen

Die Vorgeschichte von Sword Art Online ist etwas länger und komplizierter als all das, ganz ohne Frage aber wichtig für das Gesamtbild des Spiels. Obwohl Kirito zu jedem befreundeten Charakter und wichtigen Ereignis der Vergangenheit eine Art Kurzzusammenfassung anbietet, um auch Einsteiger auf den neusten Stand zu bringen, hat mich der Titel regelmäßig mit Informationen erschlagen und zermatscht zurückgelassen.

Auch das Tutorial und sämtliche Nebenquests sind für meinen Geschmack zu lieblos ausgefallen. Statt einer interessanten Hintergrundgeschichte müssen wir lediglich bestimmte Monster erlegen oder spezielle Zutaten sammeln. Wenn ich zehnmal das exakt gleiche Wespennest aus dem Weg hämmern muss, macht ein Spiel irgendetwas verkehrt und kann auf Dauer einfach nicht unterhalten.

Auch im Kampf will Hollow Realization viel richtig machen. Gerade an der PS4 bietet der Kampf in Echtzeit so viele Knöpfe, Möglichkeiten und Menüs, dass es Stunden dauert, halbwegs einen Überblick zu bekommen. Mir persönlich hat das System gefallen, meist blieb mir jedoch nicht einmal genug Zeit und Geistesgegenwart, um meinen Begleitern anzuweisen, sich zu heilen – wobei sie Kirito irgendwie außen vor lassen. Er muss also entweder ein Item nehmen oder darauf warten, dass einer der anderen sich willkürlich dazu hinreißen lässt, ihn wieder aufzufrischen.

Eine große, nervige Familie

Zwar dürfen wir Kirito am Anfang des Titels nach unserem Geschmack zusammenbasteln, leider ändert das nichts an der (aus Anime und Manga berühmten) Gruppenkonstellation, die bis auf zwei Ausnahmen nur aus Weibern besteht. Zudem müsst ihr das Band zu euren Freunden mithilfe von sich wiederholenden Gesprächen, Annäherungsversuchen und Geschenken vertiefen, damit ihr ihnen neue Ausrüstungsgegenstände anlegen könnt. WER TUT DENN SOWAS.

Damit nicht genug, war ich als Neueinsteiger dezent damit überfordert, dass Kirito mit seinem14-Jahre-Face bereits mit Asuna verheiratet ist und sogar zwei.. ähm, virtuelle Kinder hat. Fragt mich nicht. Es war absurd, kurios und irgendwie seltsam – weil wir im Laufe des Spiels trotzdem alle anderen Mädels daten können. Fans dürfen sich hier wohl aber über ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen.


Fazit

 

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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