Black Mirror [S1] – I feel weird

© Channel 4 / Netflix

Black Mirror stand schon länger auf meiner To-Watch Liste, aber ich hatte nur gutes gehört. An einem schönen Winterabend habe ich mich also dazu entschieden, endlich mal in die Serie reinzuschauen – und  schwupps waren die drei Folgen der ersten Staffel geschaut und ich habe mich irgendwie komisch gefühlt. Black Mirror ist sozialkritisch, wirkt ein bisschen wie eine moderne Version der Twillight Zone und hat mich fast schon sprachlos zurückgelassen. Die Folgen sind nicht zusammenhängend, sondern stellen jeweils eine eigene Geschichte dar. So kann man entweder nach jeder Folge eine Pause machen oder eine Staffel gleich ganz durchziehen. Ich rate aber davon ab, mehr als eine Staffel am Stück zu schauen. Nicht weil die Serie schlecht ist, sondern weil euch möglicherweise sehr, sehr unwohl wird.


Folge 1: The National Anthem [Der Wille des Volkes]

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Premierminister Michael Callow muss sich einem schockierenden Dilemma stellen, nachdem Prinzessin Susannah, ein beliebtes Mitglied der royalen Familie, entführt wurde. – Die erste Folge fängt bereits mit einem Knall an, sie scheint in unserem 21. Jahrhundert zu spielen und zeigt den Medienwahn unserer Gesellschaft. Interessant ist auch, dass einige Teile an bestimmte Tabloid-Geschichten aus unserer Zeit erinnern.

 

Folge 2: Fifteen Million Merits [Das Leben als Spiel]

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Nachdem sie es nicht geschafft hat, die Judges mit ihrem Gesang zu beeindrucken, muss eine junge Frau entweder degradierende Handlungen ertragen oder in eine sklavenähnliche Existenz zurück gehen. – Diese Liebesgeschichte mit krassem Turning Point beginnt relativ ruhig, auch wenn die hier dargestellte Welt bereits unangenehm ist. Die Darstellung der Talent-Show, der Judges und der Auswirkungen ist regelrecht eklig. Aber das ist die Idee hinter Black Mirror, sie zeigt uns unsere Welt und ihre Probleme. Der Monolog des Hauptdarstellers hat mir Gänsehaut beschert.

 

Folge 3: The Entire History of You [Das transparente Ich]

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In der nahen Zukunft hat jeder die Möglichkeit auf ein Gedächtnis-Implantat zuzugreifen, das alles aufnimmt, was man tut, sieht und hört. Du wirst niemals wieder ein Gesicht vergessen, aber ist das immer eine so gute Idee? – Die Zusammenfassung klingt ein wenig nach einem Horrorfilm? Irgendwie ist es das auch, aber ein Beziehungshorror. Es zeigt die Panik eines Ehemanns vor den vorherigen Partnern seiner Frau. Die Psychose, die Angst, die Wut. Da das gesamte Leben rückspulbar ist, sind auch diese Erinnerungen für immer auf ihren Festplatten gespeichert.

 

Jede einzelne Folge war ein kleiner SciFi-Film für sich. Jede Folge war auf ihre Art und Weise unangenehm. Egal wie sehr ich das auch genossen habe, ein Gefühl des Ekels blieb immer. Ekel vor der dargestellten Gesellschaft und der Wiedererkennung unserer eigenen Makel. Trotzdem konnte ich mich nicht abwenden. Es fühlte sich ein bisschen an, wie der Unfall, an dem man vorbei fährt und bei dem man alle Kraft zusammen nehmen muss, nicht zu hinzuschauen. Denn man weiß, dass es einem danach nicht unbedingt gut geht.


Fazit

Hmm, ich sollte mal die nächste Runde vorbereiten. Welches Regelwerk sollte ich nutzen? Welche Monster könnte ich auf die Helden hetzen? Uuuhh, eine neue Folge meines K-Dramas startet. Naja, mache ich die Vorbereitungen später . . .

Author Avola
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