Mr. Robot (S1) – Philosophischer Molotov-Cocktail

©USA Network

„There’s not just the rich and the poor. There’s you, in the middle somewhere. The consummate survivor.“

Anarchistisch, gesellschaftskritisch, verwoben. Inmitten von IT-Slang und Drogen erwischt Mr. Robot die richtige Kerbe und setzt seine Erfolgsstory inzwischen in einer zweiten Staffel fort. Was also kann diese Serie, die mich so viel mehr begeistern konnte als Hype-Formate wie Game of Thrones, Breaking Bad oder Narcos?


Alles auf Anfang

Im Zentrum von Mr. Robot steht der junge Programmierer Elliot, der für eine Cybersecurity-Firma arbeitet und E Corp, den größten Multikonzern New Yorks, vor schadhaften Angriffen im Netz schützt. Inmitten von privaten Problemen, übermäßigem Drogenkonsum und distanzierter Kritik an seiner Umwelt, wird er eines Tages von einer anarchistischen Untergrundorganisation angesprochen: der fsociety. Der kleine Zusammenschluss von Hackern hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Konten aller Gesellschaftsmitglieder – inklusive Schulden – wieder auf Null zu setzen und damit einen revolutionären Neuanfang einzuläuten. Elliot wird dabei nicht einfach nur an Bord geholt, um zu helfen: Er ist die Schlüsselfigur. Denn das Hauptangriffsziel der fsociety ist E Corp, an dessen Spitze sich derweil eine gefährliche Mischung aus Wut und Macht zusammenbraut.

Philosophischer Molotov-Cocktail

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn die Besonderheit von Mr. Robot ergibt sich aus den unzähligen Plot Twists, denen ihr begegnen werdet. Wenn sich Elliots destruktive Gedankengänge nicht nur um sein eigenes Leben schlingen, sondern auch um die Gesellschaft, bleibt immer ein Hauch von erschreckender Wahrheit zurück, die nicht immer gut schmeckt. Und obwohl die Serie schon vor wirren Story-Verästelungen und unzähligen WTF-Momenten nur so strotzt – im positiven Sinne – endet die erste Staffel mit einem lauten Knall, der nichts als Staunen bei mir zurückgelassen hat.

Ich liebe Elliots inneren Monologe, seine teilweise absurd distanzierten Analysen gesellschaftlicher Vorgänge und seine andauernde Suche nach sich selbst. Bei all seiner fein strukturierten Kritik an der Welt bezieht er sich selbst stets mit ein und verkörpert glaubhaft die unterschiedlichen Gesichter, die jeder von uns im Alltag trägt. Die Wut auf sich selbst wird zur Wut auf die Welt – und umgekehrt. Selten hat mich eine Serie so gepackt, wachgerüttelt und das Gefühl in mir hinterlassen, als wäre ich angesichts der nicht greifbaren Übermacht in dieser Gesellschaft winzig klein.


Fazit

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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