Split – Wenn ein Mensch zerbricht

© Universal Pictures France

Ein psychologischer Thriller aus der Hand von Kult-Regisseur M. Night Shyamalan? Klar, dass wir dazu nicht Nein sagen können. Deswegen haben wir uns bereits vor einiger Zeit ins Kino begeben und das neuste Werk „Split“ angesehen, das im Vorfeld viel Sorge in mir ausgelöst hat. Psychische Erkrankungen sind in Hollywood ja immer so eine Sache..


Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Casey hatte es im Leben nicht immer leicht. Sie ist eigensinnig, sehr verschlossen und stößt bei vielen ihrer Mitschüler nicht unbedingt auf Sympathie. Als sie und zwei Freundinnen eines Tages von einem fremden Mann entführt und in dessen Keller eingesperrt werden, gerät sie zunehmend in eine Spirale aus Angst, Unverständnis und Verzweiflung. Ihr Entführer stellt sich ihnen als Dennis vor und scheint nicht nach eigenen Entscheidungen zu handeln, sondern auf den Befehl einer älteren Dame. Während die Mädchen nach einer Fluchtmöglichkeit suchen und sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden wollen, wird ihnen langsam klar, dass Dennis seinen Körper nicht alleine bewohnt. Casey begreift, dass er nur eine von insgesamt 23 Persönlichkeiten ist, die sich diese Hülle teilen. Auch Kevin, der vor langer Zeit diese multiplen Persönlichkeiten entwickelt hat und das eigentliche Bewusstsein ist, gehört dazu.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Während Casey ihre Hoffnungen auf eine der weniger feindseligen Persönlichkeiten in Kevins Körper setzt und diese um Hilfe bittet, bahnt sich das unglaubliche an: Eine 24. Persönlichkeit ist kurz davor, auszubrechen. Und sie hat offenbar besondere Pläne für die gefangenen Mädchen.

Hollywood in Grenzen

Wie bereits anfangs angedeutet, macht Hollywood vor der Glorifizierung oder Verteufelung von psychischen Erkrankungen oft kein Halt. Das ist meiner Meinung nach besonders problematisch, weil es das Leiden von Betroffenen in ein Horrorskript presst und dadurch stupide Halbwahrheiten und Angst verbreitet. Mit diesen Bedenken ging ich also auch in Split – und wurde zumindest auf weiter Strecke endlich eines besseren belehrt.

Shyamalan hat sich mit James McAvoy einen überaus talentierten und unheimlich authentischen Hauptprotagonisten ausgesucht, der all den unterschiedlichen Persönlichkeiten absolut gerecht wird. Es ist schon ein gewisses Maß an Kunst, den doch sehr plötzlichen Wechsel zwischen zwei Figuren nur anhand der Gesichtsmimik darzustellen. So, dass jeder Zuschauer sofort weiß, wer da gerade „im Licht“ steht und die Kontrolle über den gemeinsamen Körper übernommen hat. McAvoy stellt die kleinen Eigenheiten von Barry, Dennis und all den anderen glaubhaft dar und macht Split zu einem sehenswerten Film. Durch ihn wird das Werk beeindruckender als es die Story eigentlich hergibt. Auch Anya Taylor-Joy („Casey“) spielt ihre Rolle überzeugend, obwohl ich sie anfangs für viel zu still  gehalten habe. Das legt sich im Laufe der Zeit glücklicherweise.

Besonders beeindruckend hingegen war die Art und Weise, wie Shyamalan Caseys Vergangenheit inszeniert und dadurch ein furchtbar beklemmendes Gefühl im Raum erzeugt hat. Mit einfachen Stilmitteln zeigt er die vielen Facetten der menschlichen Psyche, ihre oft erschütternden Ursprünge und Dinge, die zum Aussprechen fast zu abscheulich sind.


Fazit

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
Published

Comments

No Comments

Leave a Reply

Ich akzeptiere