Sense8 – Genuss oder Sinnestäuschung?

©Netflix

Der Hype macht die Musik – zumindest meistens. Und das, was dabei heraus kommt, klingt leider nicht in jedermanns Ohren gut. Inzwischen hüte ich mich vor Hype-Objekten, weil ich in der Vergangenheit oft enttäuscht worden bin. Game of Thrones, Breaking Bad, Narcos – all das ließ mich eher kalt und stellte mich vor die Frage, was an diesen Serien so spektakulär gewesen sein sollte. Es hat also etwas gedauert, bis ich mich an Sense8 herangetraut hab. Die Serie war lange Zeit ebenfalls auf dem Hype-Meer unterwegs, versprach aber überaus interessant zu werden. Pünktlich zum Start der 2. Staffel am 5. Mai möchte ich also Feedback geben.


Wir sind viele

In Sense8 stehen gleich acht Personen im Mittelpunkt, die nach einer schicksalhaften Nacht miteinander verbunden sind. Und zwar in vielerlei Hinsicht – emotional, körperlich, gedanklich. Dabei leben Will, Riley, Capheus, Sun, Lito, Kala, Wolfgang und Nomi quer über die Welt verteilt und sind einander noch nie zuvor begegnet. Dennoch driften die Bewusstseine immer wieder in den Körper eines anderen ab, sodass die seltsamsten Situationen entstehen. Nicht immer ist der ungewollte Rollentausch ungefährlich – aber manchmal eben auch nützlich. Nach und nach lernen sich die acht Persönlichkeiten besser kennen, reden miteinander und stoßen dabei auf Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede. Während sich die Gruppe jedoch mit der neuen Situation abzufinden versucht und nach Erklärungen sucht, braut sich Unheil über ihr zusammen. Während ein fremder Mann darum bemüht ist, die einzelnen Individuen einander näher zu bringen, droht ihnen von anderer Seite Gefahr. Eine geheimnisvolle Organisation macht Jagd auf die acht Menschen, die von diesem außergewöhnlichen Phänomen betroffen sind.

Großartiger Ansatz, aber…

Obwohl ich Fan von übernatürlichen Ereignissen bin und das Spiel mit den Bewusstseinen gut fand, fehlt mir der letzte Funke. Leider – und wirklich leider – ist mir keiner der Charaktere unter die Haut gegangen und hat diesen Durst nach mehr ausgelöst. Das hat für mich persönlich zwei Gründe. Zum einen teilen sich acht Hauptfiguren die Screentime, was organisatorisch eine ziemliche Herausforderung ist. Dabei kann die Serie schlichtweg nicht jeder Figur gerecht werden. Zum anderen finde ich viele von ihnen einfach zu überspitzt. Wir haben einen Schauspieler mit Alibifreundin und Lebenspartner, einen deutschen Bankräuber, eine DJane mit Drogenproblem. Ein bisschen weniger hätte es an der einen oder anderen Stelle auch getan. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn Sense8 eigentlich auch gute Charaktere besitzt. Sun Bak, Kala und Nomi sind interessante Figuren, die Tiefe beweisen und zumindest irgendetwas in mir bewegen.

Es hapert

Lassen wir also die Figuren außen vor, bleibt eine vielversprechende Idee zurück, die aus der erfolgreichen Feder der Wachowski-Geschwister. Lana und Lilly Wachowski haben bereits glorreiche Drehbücher geschrieben: Matrix, Cloud Atlas, V wie Vendetta und mehr. Und wie gesagt, das Konzept gefällt mir, doch die Umsetzung lässt mich kalt. Allen Interessierten kann ich zudem nur wärmstens die Orginalvertonung empfehlen, denn die deutsche Synchronisation ist wirklich nicht gut und macht viel von den Figuren kaputt.


 Fazit

 

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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