Tales of Berseria – Ich hab mein Herz verloren

©MUTSUMI INOMATA ©KOSUKE FUJISHIMA Tales of BerseriaTM&©BANDAI NAMCO Entertainment Inc.

Anfang des Jahres kam bereits ein Spiel auf den Markt, auf das ich mich seit Monaten gefreut habe. Nachdem mich die beiden jüngsten Vorgänger etwas enttäuscht zurückgelassen haben, waren meine Erwartungen an Tales of Berseria nicht allzu groß. Mehr als ein nettes Game hab ich zu Beginn des Abenteuers nicht erwartet. Und sollte im Endeffekt positiv überrascht werden.


Setzt die Segel!

Die Welt der 19-jährigen Velvet ist keine leichte.  Schon in jungen Jahren muss sie sich gemeinsam mit anderen Dorfbewohnern vor den zunehmenden Dämonenangriffen schützen und ist dazu auf die Hilfe von Exorzisten angewiesen. Diese gehören einer kirchlichen Institution an, die sich der wachsenden Bedrohung durch die dunklen Kreaturen entgegen stellt. Zu diesem Zweck nutzen sie die Malakhim – mächtige spirituelle Geister, die oft an Elemente gebunden sind und ihre Magie der Verteidigung von Menschen zur Verfügung stellen.

Einst menschlich geboren, erlebt Velvet jedoch an einem schicksalhaften Tag den blutigen Verrat an ihrer Familie. Vor den Scherben ihres Lebens stehend, gerät sie in einen Strudel unerwarteter Ereignisse und verwandelt sich selbst in einen Dämon, der sich vom Leben anderer ernährt.

Nach einigen Jahren der Gefangenschaft erhält Velvet jedoch die Möglichkeit, sich ihrer Fesseln zu entledigen. Und sie sinnt nach Rache an dem Mann, der ihr Leben in Schutt und Asche gelegt hat.

Mehr sei an der Stelle nicht zur Story gesagt. Mehr wurde auch im Vorfeld nicht offenbart und das ist gut so. Denn zum ersten Mal seit langem ist Tales of Berseria wieder ein Ableger, der richtig viel bietet.  Das fängt schon bei den Charakteren an und hört beim Kampfsystem auf.

Tales of wird erwachsen

Zuerst sei gesagt, dass wir mit Velvet das erste Mal eine weibliche Hauptfigur bekommen haben. Anfangs befürchtete ich, ein typisches Mädchen stünde im Rampenlicht. Aus Erfahrung weiß ich leider, dass Frauen in Videospielen meistens ziemlich anstrengend und nervig sind. Und Gott sei Dank schlägt Tales of Berseria einen anderen Weg ein.

Velvet ist großartig. Richtig, richtig gut geschrieben, voller Emotionen, derer man sich kaum entziehen kann. Sie ist so voller Wut und Hass, dass es manchmal wehtut, sie reden zu hören. Geprägt von ihrer Vergangenheit, kann man sie getrost als kühl  und rücksichtslos bezeichnen – aber alles in Grenzen. Besonders in Kombination mit ihren Teamgefährten – allen voran Laphicet – erhält Velvet unheimlich viel Charme und einen absolut glaubhaften Charakter. Inklusive Entwicklung!

Das Setting ist (un)angenehm düster und blutig, birgt aber dennoch wunderschöne Orte und Dungeons. Meiner Meinung nach ist der Titel auch grafisch gewachsen. Obwohl es optisch noch immer nach Tales Of aussieht, sind die Hintergründe teilweise wunderschön animiert.  Brechendes Licht, schlagende Wellen und abgrundtiefe Gebirge. Tales of Berseria hat dazu gelernt – auch beim flotten, sehr dynamischen Kampfsystem.

So viel zu entdecken

Und damit meine ich nicht nur die Welt, die wir übrigens auf einem mordsgeilen Schiff bereisen wie echte Piraten. Sondern vor allem die Charaktere. Nicht nur Velvet hat eine wunderbar tiefe Persönlichkeit, sondern auch ihre Begleiter. Laphicet, Magilou und die anderen sind  großartig dargestellt und haben alle eine ganz eigene Geschichte, die es zu entdecken gilt.

Dabei hütet jeder ein persönliches Geheimnis, hat Schicksalsschläge hinter sich und verfolgt prinzipiell seine eigenen Ziele. All das passt jedoch so gut zusammen, dass die gemeinsame Reise einer Gruppe von Einzelgängern völlig logisch erscheint. Das Balancing im Team passt, die Charaktere gleichen sich aus und sorgen für jede Menge Schmunzler und Tränen.


Fazit

Stecht in See!

 

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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