Spartacus – Das bessere Game of Thrones?

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Nach drei sehr langen Staffeln, einem Spinoff, literweise Blut und Gedärme sowie einem gebrochenen Herzen finde ich nun also die Zeit, ein paar Zeilen zu Spartacus zu schreiben. Eine kleine, feine Serie, die bereits seit längerer Zeit auf Netflix herumliegt und mich mehrfach neugierig gemacht hat. Und Tatsache: Kaum hatte ich die ersten vier Folgen verschlungen, wurde auch der Rest sofort inhaliert. Trotz all der Schwächen schafft Spartacus etwas, das mir bei großen Serienhits wie Game of Thrones fehlt. Und es damit für mich zur besseren Serie macht.


Ein Sklave bricht Rom

Weil er mit einem römischen Befehlshaber aneinander gerät und dessen Stolz verletzt, wird ein junger Thraker bis ins ferne Reich der römischen Republik gekarrt und seine Frau versklavt. Er soll in einer Gladiatoren-Arena um sein Leben kämpfen und dort die letzten Atemzüge tun. Doch der Thraker ist alles andere als hilflos – und überlebt die bestialischen Krieger, die ihn eigentlich richten sollen. Das Volk gibt ihm den Namen Spartacus.

Nach Rache an dem Mann sinnend, der ihn von seiner geliebten Frau trennte und sie beide in Fesseln legte, wird Spartacus von einem lokalen Gladiatorenmeister gekauft und unterzieht sich fortan einer lehrreichen, harten Tortur in dessen Ludos. Dabei gerät er auf seinem Weg zur Freiheit zunehmend zwischen die Fronten größerer Mächte. So weicht der Wunsch nach Rache im Laufe der Zeit dem Wunsch nach Gerechtigkeit. Nicht nur für sich, sondern für alle Sklaven. Und viele werden ihm bei diesem Feldzug folgen.

Ein Name so groß wie die Republik

Spartacus gehört wohl zu den bekanntesten Figuren der Geschichte. Der berühmte Anführer eines Sklavenaufstands unter dem Reich Roms findet in dieser Serie nicht die erste mediale Anerkennung – aber eine großartige. Fraglos kann man sich an einigen technischen Mängeln der Serie stören, man kann all das Blut und die Gewalt scheuen. Ich für meinen Teil war absurd fasziniert von Spartacus und all dem, was in vier Staffeln aufgedeckt wurde.

Die Serie steuert auf ein Ende zu, das historisch bekannt ist. Und trotzdem füllen Schauspieler wie Andy Whitfield, Liam McIntyre (beide Spartacus) oder Nick Tarabay (Ashur) das Setting mit so viel Leben. Die Schauspieler sind hervorragend gewählt und in absoluter Topform.

Spartacus ist so gut portaitiert, seine Begleiter zwischen gemeinsamen Zielen und kulturellen Differenzen zerrissen. Wir sehen den Aufstieg eines Mannes, der mit nichts begann und am Ende gegen die Legionen Roms in die Schlacht zog. Atmeberaubend spektakulär, endlos blutig und mit so vielen geköpften Kriegern, dass ich es nicht zählen kann.

Sex, Blut, Rache

Spartacus ist randvoll mit hinterlisten Intrigen, bei denen jeder seine eigene Haut retten will. Besonders die erste Staffel plus Spinoff spielen unglaublich gut ineinander und klären offene Fragen. Dabei kommt das Foltern und Töten nicht zu kurz. Außerdem werdet ihr zweifelsfrei ein paar sehr bekannte Namen aufschnappen, speziell in der letzten Staffel.

Fraglos sind die vor Muskeln nur so strotzenden, mit Lendenschurz bekleideten Herren eine Gewöhnungssache – aber irgendwann sieht man auch darüber hinweg. Das liegt vor allem an der schauspielerischen Leistung, der teilweise ästhetischen Kameraführung und wunderbaren Charakteren.

Ich bin verliebt in Spartacus, der alles gibt, um sein Leid und das von tausenden anderer Sklaven zu rächen. Der in diese Position gezwungen wurde, weil er einem hochnäsigen Römer Ungehorsam zeigte. Ich bin verliebt in Agron, der im Laufe der Staffeln eine sichtbare Charakterentwicklung durchmacht. Der richtig Scheiße fressen muss und trotzdem loyal zu seinem besten Freund steht. Ich bin verliebt in Gannicus, diesen verdammten, blöden Schönling mit dem frechen Mundwerk.

Und ich in verliebt in fast jede Frau, die in Spartacus mitspielt. Weil die Serie sich traut, nicht nur das Leid von Sklaven, sondern speziell das Leid von Frauen darzustellen und es ihnen erlaubt, sich zu wehren – ob mit List oder Gewalt. Mit Mira, Sura und Naevia werden uns unglaublich starke, weibliche Figuren geschenkt, die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, so gut sie können.

Kurzer Zusatz: Ein weiteres Spinoff ist offenbar derzeit in Planung, in dem ein ganz spezieller blonder Kerl aus der letzten Staffel im Mittelpunkt stehen soll. Ein Mann mit einem Namen, der selbst den von Spartacus übersteigt.


Fazit

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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