Shameless – Drogen, Geld und eine Großfamilie

©Warner Bros. Entertainment Inc.

Schon seit längerer Zeit steht die Serie Shameless auf meiner To-Do-List relativ weit oben. Nachdem ich sie ein paar Mal vergeblich bei Netflix gesucht habe, fand ich sie vor kurzem stattdessen auf Amazon Prime – und habe die ersten beiden Staffeln verschlungen. Selbst Kind einer großen Patchworkfamilie, hat die Story der Serie mein Interesse geweckt. Dabei bietet Shameless nicht nur leichte Unterhaltung.


Worum geht’s nochmal?

Wir lernen die Großfamilie Gallagher kennen, die in einem ziemlich abgerockten Haus wohnt und es alles andere als einfach hat. Gleich nach ihrem Vater Frank ist Fiona die älteste unter dem Dach und kümmert sich um gleich fünf jüngere Geschwister. Weil Frank ein ziemlich schweres Alkoholproblem hat und die gemeinsame Mutter – psychisch instabil – vor vielen Jahren die Biege gemacht hat, springt Fiona tagtäglich als Familienoberhaupt ein und organisiert das, wovor sich ihre Eltern drücken.

Vater des Jahres sein – nicht Franks Ziel. Er versäuft das Geld aus seiner erschlichenen Arbeitsunfähigkeitsrente, nimmt Drogen, häuft Schulden an und verliert manchmal eins seiner Kinder. Als Fiona endlich jemanden kennenlernt, droht das Schiff der Familie Gallagher deswegen zu kentern.

Familiendrama Deluxe?

Nein. Und ja. Shameless macht es den Zuschauern nicht leicht, Frank zu mögen. Manchmal sehen wir, wie er seine Kinder liebt, manchmal tauscht er sie gegen Bargeld ein. Mehr Sympathie hingegen ernten die insgesamt sechs Kids, die alle ihre eigenen Probleme und gleichzeitig die der Familie wuppen. Während Ian beispielsweise mit seiner Homosexualität kämpft und gerne zur Armee gehen würde, verschwendet Lip sein Genie daran, Mitschüler durch Abschlusstests zu mogeln und dafür Geld zu kassieren.

Jeder zahlt in die Haushaltskasse ein – mit mehr oder weniger legal verdientem Geld. Während Fiona sich den Arsch abarbeitet und mehrere Jobs gleichzeitig stemmt, stehlen Debbie, Carl und Ian Lebensmittel vom Transporter. Charmant ist dabei vor allem der Gallagher-Charme: Große Töne spucken, Konsequenzen ziehen, alles für die Familie tun. Ob Frank dazu gehört oder nicht, muss wohl jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden.

Dabei spricht Shameless auch schwierige Themen rabiat, aber effektiv an. Psychische Störungen, ein schwieriges soziales Umfeld, die familiäre Last, unter der man zu ersticken droht. Die Geschichten jeder einzelnen Folge sind so wunderbar schräg, so witzig und gefühlvoll, dass man mit dem Zusehen fast nicht mehr aufhören kann.


Fazit

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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