Lady Midnight (Die dunklen Mächte) – Zurück in die Schattenwelt

Nach dem einschlägigen Erfolg der Buchreihe „The Mortal Instruments“ (TMI) habe ich mir vor einiger Zeit bereits die neue Trilogie „Die Dunklen Mächte“ von Autorin Cassandra Clare angesehen. Der einzige bisher veröffentlichte Band „Lady Midnight“ gibt den Auftakt für ein weiteres Abenteuer in der Schattenwelt. Er stellt uns alte Bekannte, sowie neue Figuren ausgiebig vor und will mit Geheimnissen locken. In wenigen Monaten wird der zweite Teil auf dem deutschen Markt erscheinen. Grund genug, endlich ein Fazit zu ziehen und zu verraten, ob sich das Warten auf Band 2 („Lord of Shadows“) lohnt.


Ein rätselhafter Mord

Im Zentrum der Begebenheiten aus Lady Midnight steht nicht nur eine einzige Person, sondern eher eine ganze Familie, die in TMI am Rande bereits vorkam. Wir lernen Emma Carstairs kennen, deren Eltern im Rahmen des Kriegs mit Valentine und Co. ermordet wurden. Während der Rat den Fall längst zu den Akten gelegt hat, ist sich Emma sicher, dass mehr hinter ihrem Verlust von damals steckt. Wie besessen sucht sie nach Beweisen und noch so kleinen Indizien, die ihr die Wahrheit hinter dem Mord an ihren Eltern verraten könnten.
An ihrer Seite steht dabei ihr engster Vertrauter und bester Freund Julian Blackthorn, der gleichzeitig auch ihr Parabatai ist. Auch dessen Geschwister – eine ganze Handvoll – unterstützen Emma bei ihrer Suche. Dabei kämpft jeder einzelne auch mit eigenen Problemen, Gefühlen und vielen Geheimnissen. Das dicht gewobene Familiengeflecht scheint spätestens dann aufzubrechen, als der einst verloren gegangene Sohn Mark Blackthorn heimkehrt und die gewohnten Strukturen verändert. Zeitgleich findet Emma Hinweise darauf, dass sich am Tod ihrer Eltern böse Mächte laben.

Was ist so besonders?

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Cassandra Clare keine überragende Schriftstellerin ist. Weder sprachlich, noch storytechnisch hat sich mich bisher je vom Hocker reißen können. Dennoch spielt sie auch in Lady Midnight ihre Stärken aus und schafft großartige Charaktere. In der neuen Trilogie macht die Familie Blackthorn den besonderen Clou aus und regt die Neugier an. Denn wir haben nicht nur mit Julian eine sehr vielschichtige Figur geschenkt bekommen. Die ganze Familie ist unglaublich authentisch und besitzt Tiefe. Wenngleich die jüngeren Charaktere etwas außen vor bleiben, ist besonders die Entwicklung von Mark, Tiberius und Livia überaus interessant. Was sich im Endeffekt daraus ergibt, werden wohl die übrigen beiden Bände verraten müssen.

Fazit

 
Man kann über viele Kleinigkeiten sicher die Stirn runzeln oder mit Geschehnissen nicht einverstanden sein. Vielleicht ist manch einem Leser das Hin und Her zwischen den Figuren an einigen Stellen sogar zu viel. Ich persönlich konnte Lady Midnight aber hervorragend verschlingen und habe es genossen. Vielleicht habe ich mich sogar ein bisschen in die Dynamik zwischen den Charakteren verliebt. Besonders Tiberius hat es mir angetan, der mit autistischen Zügen in eine kaum beachtete Kerbe der Literatur sticht. Lady Midnight hat das Potenzial – warten wir also ab, was Clare daraus macht.

Eine Wortschmiedin mit Würfelpech, deren Herz nicht nur für Dungeons & Dragons schlägt, sondern auch für RPGs aller Art und Spaghetti Bolo. Ihr mieses Mojo holt aus jedem Würfel das Schlechteste raus - damit andere Spieler glänzen können.

Author wtfimcool
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